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Sebastian - unser Stadtpatron
Sebastian gehört in unserem Land zu den beliebtesten Vornamen für männliche Nachkommen. Für die Quadratestadt an Rhein und Neckar hat dieser Name eine ganz besondere Bedeutung. Der Vorname geht auf das Altgriechische zurück und bedeutet „erhaben, ehrwürdig, Achtung gebietend“. Aber das erklärt den Zusammenhang mit Mannheim nicht – der ist in der Mannheimer Stadt- und Kirchengeschichte zu suchen: Sebastian war der Pfarrpatron einer Kirche im mittelalterlichen Dorf Mannheim, die 1309 erstmals erwähnt wurde, aber sicher schon viel früher bestand. Als Mannheim vom unbedeutenden Dorf am Rhein zur Festung, Stadt und schließlich zum Regierungssitz der Kurpfalz aufstieg, gehörte in diese neue Metropole natürlich auch eine katholische Stadtpfarrkirche. Doch erst nach vielen Auseinandersetzungen mit Reformierten und Lutheranern war es überhaupt möglich geworden, dass die Katholiken ihren Glauben öffentlich ausüben konnten. Am 12. Dezember 1709 soll das Gotteshaus geweiht worden sein – doch wurde noch bis 1723 daran gebaut. Aus Tradition hatte man den Dorfpatron als Heiligen für die Stadtkirche übernommen – auch wenn die Kirche ursprünglich unter dem besonderen Schutz der Mutter Gottes stehen sollte.
Statue des hl. Sebastian
Aufmerksame Kirchenbesucher finden am rechten Seitenaltar der Marktplatzkirche eine Statue des heiligen Sebastian. Die Figur ist – ganz charakteristisch – von vielen Pfeilen durchbohrt. Vom Leben des Heiligen ist wenig bekannt – und das Meiste ist ziemlich „blutig“, weil Sebastian als Märtyrer starb – aus Überzeugung für seinen christlichen Glauben. Geboren wurde er im 3. Jahrhundert in Mailand, gestorben ist er am 20. Januar 288 in Rom starb. Zuvor soll Sebastian Soldat im Heer des Kaisers Carinus gewesen sein. Carinus Nachfolger war der berüchtigte Kaiser Diokletian, der Christen verstärkt verfolgen und töten ließ. Sebastian versuchte immer wieder, die Verfolgten zu schützen – das flog natürlich auf. So landete der spätere Heilige schließlich selbst in der Folterkammer. Von vielen Pfeilen durchbohrt überlebte er jedoch auf wundersame Weise. Mutig trat er vor den Kaiser und klagte ihn der Grausamkeiten an. Seine Tapferkeit musste Sebastian aber nun wirklich mit dem Leben bezahlen.
Sein Todestag ist in der katholischen Kirche bis heute Gedenktag des Heiligen – und Namenstag für alle, die den schönen Vornamen Sebastian tragen. In Mannheim hat man in früheren Zeiten an diesem Tag fröhlich das Sebastianusfest gefeiert.

- Die "Mannheimer Symmetrie": Altes Rathaus, Glockenturm und St. Sebastiankirche

- Innenansicht der St. Sebastiankirche

- Madonna mit dem Kind, linker Seitenaltar, stammt von Peter Anton von Verschaffelt (18. Jahrhundert)

- Glocke 3 Geläute der St. Sebastiankirche

- Außenansicht der Jesuitenkirche

- Innenansicht der Jesuitenkirche

- Glocke 3 von unten (Joseph, Stundenschlagglocke, 1956, F.W.Schilling)

- Glocke 4 (Franz Xaver, 1754, J.M. Steiger) von vorne, die einzige erhaltene Barockglocke des Geläutes der Kirche

- Die Liebfrauenkirche

- Innenansicht der Liebfrauenkirche

- Sanierung der Liebfrauenkirche
Unsere Kirchen
Die Citykirche am Markt St. Sebastian genießt als Baudenkmal im Ensemble mit dem ehemaligen Rathaus (heute Standesamt), das den Marktplatz abschließt, einen hohen Wert. Auch hier kommen viele Touristen vorbei. Da viele Kirchen in Mannheim und Ludwigshafen geschlossen sind, wird St. Sebastian von Betern aus diesen beiden Städten gerne aufgesucht. Die Gottesdienstangebote, Eucharistiefeiern, Wortgottesdienste, Gelegenheit zum Empfang des Bußsakraments, eucharistische Anbetungen, sind auf die Bedürfnisse dieser Beterinnen und Beter ausgerichtet. Für den Citypunkt F2 ist die St. Sebastian-Kirche ein beredtes Zeugnis, worum es im christlichen Glauben eigentlich geht: Anbetung und Lobpreis Gottes.
Das Glockengeläut der St. Sebastiankirche und das Glockenspiel können Sie hier abrufen:
Glockengeläut der St. Sebastiankirche
Die » Jesuitenkirche fällt allen, die nach Mannheim kommen, buchstäblich ins Auge. Sie gibt einen atemberaubenden Einblick in das himmlische Jerusalem und wirkt in ihrer prachtvollen Schönheit aus sich selbst heraus. Alle Stadtführungen haben diese Kirche in ihrem Programm, und auf dieses Weise geraten viele Touristen aus aller Welt auf dezente Weise in Kontakt mit dem Christentum. Darüber hinaus führen Jesuiten auf vielfältigen Wunsch ganz unterschiedlicher Gruppierungen durch die Kirche und gestalten diese Führungen als eine Form der Glaubensverkündigung.
Das Glockengeläut der Jesuitenkirche können Sie hier abrufen, Plenum des sanierten Geläutes:
Einläuten der Glocken 1 und 2 im Südturm
Ausläuten der Glocken 1 und 2 im Südturm
Einläuten der Glocken 3 bis 8 im Nordturm
Ausläuten der Glocken 3 bis 8 im Nordturm
Stundenschlag der Jesuitenkirche im Nordturm
Die Liebfrauenkirche im Jungbusch nimmt eine gänzlich andere Funktion wahr. Sie ist das Aushängeschild gegenüber dem Islam, der sich in der großen Moschee auf der anderen Straßenseite verortet.
Da nach dem Willen des Stadtrates dieser Stadtteil deutlich aufgewertet werden soll und bereits sichtbar investiert worden ist (Pop-Akademie, Musikpark für Unternehmen in der Unterhaltungsindustrie) und weitere Initiativen auf den Weg gebracht worden sind, ist neue Lebendigkeit in diesem multikulturell geprägten Stadtteil aufgebrochen. Kirche ist hier in der Gestaltung eines menschlichen Miteinanders aktiv.
Die Liebfrauenkirche ist zur Zeit aus Sanierungsgründen geschlossen.
